Unser Fiete-Brot – einfach, ehrlich, alltagstauglich
Seit über zwei Jahren backen wir auf dem Kleinen Deichhof mit Fiete.
Fiete ist unser Roggensauerteig. Gekauft hat ihn Micha – über Kleinanzeigen, weil er gelesen hatte, wie gesund Sauerteig ist. Laut Verkäufer soll Fiete über 30 Jahre alt sein. Und ja, er lebt. Seitdem ist er quasi Familienmitglied.
Wie das hier so läuft: Micha hat ihn angeschleppt, ich habe mich eingelesen. (Wie bei so vielen Projekten…) Und wer einmal mit Sauerteig anfängt, weiß – das ist keine Hobbyküche, das ist eine Wissenschaft. Aber eine ziemlich spannende.
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Trotzdem: Wer das erste Mal ein Glas blubbernden Teig auf der Arbeitsplatte stehen hat, bekommt oft Respekt. Oder Panik. Oder beides. Genau die Angst möchte ich euch nehmen. Sauerteig ist kein Hexenwerk, man muss nur anfangen. Das Grundrezept stammt aus dem Buch *„Das Plötz Prinzip! Brot backen in Perfektion mit Sauerteig“*, das ich wärmstens empfehlen kann. Ich habe es schon mehrfach verschenkt – es ist das perfekte Einsteigerbuch, wenn man wirklich verstehen will, warum ein Sauerteig tut, was er tut.
Wir backen nach diesem Rezept zwei- bis dreimal pro Woche, leicht abgewandelt, damit es perfekt in unsere Brotbackform passt.
Unser Grundrezept:
- 885 g Roggenmehl
- 810 g Wasser
- 19,5 g Salz
- 9 g Fiete (unser Sauerteigstarter)
Alles verrühren – am besten zuerst Wasser, Fiete und Salz, dann nach und nach das Mehl. (Und ja, das dauert ein bisschen und kann schon fast als work out bezeichnet werden!) Den Teig in die Brotbackform mit Silikoneinlage* geben, 24 Stunden ruhen lassen. Erst 12 Stunden und Deckel und dann nach 12 Stunden den Deckel auflegen. Nach 24 Stunden hat sich der Teig ungefähr verdoppelt.
Vor dem Backen den Ofen samt Form auf 250 Grad vorheizen (ich stelle die Silikonform in eine zweite Kastenform – verhindert das „Rauslaufen“). Dann 1 Stunde bei 200 Grad backen, mit Deckel. Wer es gern mit mehr Kruste mag, kann das Brot am Ende noch fünf Minuten ohne Deckel nachbacken.
Das Ergebnis: außen knusprig, innen saftig – und absolut anfängertauglich. Kein Dehnen, kein Falten, kein Drama.
Kleiner Tipp: Roggen ist klebrig. Richtig klebrig.
Roggenmehl ist der Teufel in Mehlform – es klebt, wo es nicht kleben soll, und weigert sich, Spülmaschinen zu verlassen. Deshalb: unbedingt eine gute Teigkarte* benutzen und alles sorgfältig aus der Schüssel kratzen.
Den Rest mit einem Küchentuch auswischen – was übrig bleibt, kann ins Gießwasser für die Pflanzen. Das ist Dünger deluxe. (Nur bitte aufpassen, dass keine Brocken mehr drin sind, die schimmeln sonst eventuell!)
So pflegt man Fiete – den Sauerteig am Leben halten
Damit alle Mikroorganismen gesund, lebendig und triebstark bleiben, sollte Fiete alle 3–5 Tage gefüttert werden.
Vorher am besten auf Zimmertemperatur bringen – kalter Sauerteig ist träge. Wer regelmäßig backt, kann ihn einfach bei Raumtemperatur stehen lassen.
Fütterung (Grundformel):
- 1 Teil Fiete (z. B. 10 g)
- 5 Teile Roggenmehl Typ 1370, 1150 oder 997 (z. B. 50 g)
- 5 Teile lauwarmes Wasser (z. B. 50 g)
Alles zu einem homogenen Vorteig verrühren, abdecken und 8–12 Stunden an einem warmen Ort stehen lassen (ideal: 28–32 Grad). Nach etwa 6 Stunden blubbert Fiete schon fröhlich vor sich hin und verdoppelt bis verdreifacht sein Volumen.
Haltbarkeit:
- Im Kühlschrank: bis zu 14 Tage ohne Fütterung
- Bei Raumtemperatur: 3–4 Tage (im Sommer etwas weniger)
Bei längerer Abwesenheit einfach mit etwas mehr Mehl als Wasser füttern – das verlängert die Standzeit.
Das richtige Zuhause für Fiete
Man braucht kein High-End-Sauerteigglas. Ich nutze einfache Weckgläser mit lose aufgelegtem Deckel* – kein Gummiring, keine Klammern.
Sie sind robust, leicht zu reinigen und haben eine große Öffnung – praktisch, wenn man Fiete mal wieder beim Wachsen zusehen möchte.
Fazit: Keine Angst vor Sauerteig
Am Anfang wirkt das alles kompliziert – Timer, Falten, Linksrumdrehen, Uhrzeiten. Ich war da auch.
Aber Fiete hat mir gezeigt: gutes Brot braucht kein Chichi. Nur Mehl, Wasser, Salz – und ein bisschen Geduld.
Gerade im Alltag mit Kindern tut es gut, zu wissen, was man isst. Kein Zusatzstoff, kein Fertigmix. Einfach ehrliches Brot, das nach Zuhause riecht.
Empfehlungen aus unserer Küche
Weckglas 850 ml* – robust, schön und praktisch.
Brotbackform mit Silikoneinlage* – perfekte Form für Roggenbrot, kein Ankleben, leicht zu reinigen.
„Das Plötz Prinzip! Brot backen in Perfektion mit Sauerteig“* – das beste Grundlagenbuch für Einsteiger.
Teigkarte mit flexiblem Griff* – unverzichtbar bei Roggenteig.
Und jetzt seid ihr dran: Habt ihr auch schon mal mit Sauerteig gebacken – oder traut euch (noch) nicht so richtig ran? Schreibt mir gern in die Kommentare, ob ihr einen eigenen „Fiete“ zu Hause habt – oder welche Brotgeheimnisse bei euch schon blubbern!







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